Der Waldorfkindergarten in Esslingen entstand 1972 aus einer Elterninitiative. Nach Rudolf Steiners Grundidee übernehmen Eltern und das Kollegium gemeinsam die Verantwortung für die soziale Gemeinschaft des Waldorfkindergartens.

1973 startete die erste Kindergartengruppe. Seither hat sich der Kindergarten weiterentwickelt und ist gewachsen. Heute bieten wir an zwei Standorten  insgesamt 6 Gruppen, in denen Kinder von 1 bis 7 Jahren betreut werden.
Die Grundlage unserer Pädagogischen Arbeit ist das anthroposophische Menschenbild Rudolf Steiners. Wir sehen den Menschen ganzheitlich; als körperlich, geistiges und seelisches Wesen.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Kind, das wir nach seinen individuellen Möglichkeiten fördern und sich entwickeln lassen.
„Die Kinder in Liebe zu erziehen“ ist das höchste Ideal des Waldorfkindergarten Esslingen.
Wir wollen die Grundlage für selbstbewusste, tatkräftige und gesunde Menschen legen, die ihre Aufgaben in der Welt mit Freude, Einsatz und Kompetenz angehen. Sie sollen sich mit der Welt vertrauensvoll verbinden, Schwierigkeiten annehmen und meistern lernen.

  „Zu den Kräften, welche bildsam auf die physischen Organe wirken, gehört Freude an und mit der Umgebung. Heitere Minen der Erzieher und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe.(....)
Wenn die Nachahmung gesunder Vorbilder in solcher Atmosphäre der Liebe möglich ist, dann ist das Kind im richtigen Element.“
Rudolf Steiner
 

 

Die soziale Gemeinschaft des Waldorfkindergartens Esslingen besteht im Wesentlichen aus drei Gliedern deren Zentrum das Kind ist.

 

 

Diese drei Glieder nehmen im Kindergarten für die Kinder unterschiedliche Aufgaben war, die erst in ihrer Gesamtheit den Kindergarten aus machen.
Wir unterteilen auch unser Leitbild in drei Teile, die aber nur gemeinsam und als Ganzes gesehen unsere Grundlagen und Ziele - das Leitbild für den Waldorfkindergarten Esslingen - beschreiben.


aus der Sicht des Kollegiums – pädagogischer Teil

Vorbild und Nachahmung
Unser methodisches Prinzip Vorbild und Nachahmung zeigt sich in der Gestaltung des  Tagesablaufes, in dem alle Tätigkeiten von den Erziehenden so getan werden, dass das Kind sie als durchschaubar erlebt und nachvollziehen kann.
In den ersten 7 Jahren hat das Kind die Fähigkeit sich ganz mit seiner Umgebung und mit ihm vertrauten Menschen zu verbinden. Durch das mit Freude liebe- und sinnvoll handelnde erwachsene Vorbild wird die eigene Aktivität des Kindes angeregt.

Rhythmus und Rituale
Kinder und ihre Familien erleben in unserem Kindergarten den durch die christlichen Jahresfeste gegliederten Jahreslauf. Sie nehmen aktiv teil am Erleben der Natur und den Jahreszeiten.
Der Tages- und Wochenablauf ist klar gegliedert und durch wiederkehrende Handlungen charakterisiert. Wesentliche Elemente sind hierbei die sich ausgewogen abwechselnden Phasen des Ein- und Ausatmens, der Anspannung und Entspannung im Tagesablauf. Aktive Zeiten und Zeiten der Ruhe wechseln sich ab.
Durch Rhythmus und Wiederholung sowie durch die Pflege von Ritualen geben wir den Kindern Sicherheit und Orientierung.


Zeit zum Spielen
Im Spielen zeigt uns das Kind sein Wesen, es erfährt und bildet sich selbst im Spiel und erobert so seine Welt. Im Spiel entwickeln und entfalten sich die Phantasiekräfte des Kindes.
Das freie phantasievolle Spiel der Kinder hat in unserem Kindergarten einen hohen Stellenwert. Die Erziehenden schaffen dafür einen pädagogisch gestalteten Raum und geben den Kindern im Tagesablauf Zeit zum freien Spiel.
Wir bieten Spielmaterialien –vorwiegend Naturmaterial-, das zweck- und funktionsfrei ist. So kann sich die kindliche Phantasie voll entfalten.
Zu den Erziehenden  sollte eine vertrauensvolle und verlässliche Beziehung bestehen, die durch Vorbild und Nachahmung charakterisiert ist. Die Kinder brauchen von den Erwachsenen Präsenz und liebevolle Begleitung, aber auch den Freiraum zum Spiel.
Zu den Erziehenden besteht eine vertrauensvolle und verlässliche Beziehung, die durch Vorbild und Nachahmung charakterisiert ist. Die Kinder brauchen von den Erwachsenen Präsenz und liebevolle Begleitung aber auch den Freiraum zum Spiel.

Sinnespflege
Das kleine Kind ist noch ganz Sinneswesen. Wir legen im ersten Jahrsiebt der Kinder besonderen Wert auf die Pflege der unteren Sinne (Lebens-, Tast-, Bewegungs- und Gleichgewichtssinn), die nicht nach außen auf die Welt, sondern auf den eigenen Körper gerichtet sind. Sinneserfahrungen ermöglichen wir im Waldorfkindergarten dadurch, dass das Kind Kind sein darf: es entdeckt und erforscht seine Umwelt mit all seinen Sinnen und kann somit einfache, wahrnehmbare Zusammenhänge (be-)greifen. Wir fördern die Ausreifung der sensomotorischen Fähigkeiten zum Beispiel durch das direkte Erleben der Jahreszeiten anhand der täglichen Spielzeit im Freien, Reigen, phantasieanregendem Spielzeug aus Naturmaterialien in kindgerechten, harmonisch gestalteten Räumen und durch gesunde Ernährung.
Die Kinder sollen ihre Lebenskräfte uneingeschränkt für die Ausgestaltung und Entwicklung ihres physischen Leibes verwenden können, um so die Grundlage für die spätere kognitive Entwicklung zu legen.


Wahrhaftigkeit/Authentizität
Selbstreflexion und Selbsterziehung der Erwachsenen sehen wir als Grundlage für eine wahrhaftige Begegnung zwischen Menschen.
Für uns bedeutet Wahrhaftigkeit, dass unsere Gedanken und Worte miteinander im Einklang stehen und wir uns mit unserem Tun verbinden.  Wir streben nach Authentizität in allen Begegnungen zwischen Menschen. Im Erzieherkollegium, im Vorstand, in der Begegnung mit Eltern und Kindern.

Offenheit
Im Umgang miteinander respektieren wir jeden Menschen als Individuum mit seiner eigenen Persönlichkeit. Wir sind offen für Kinder und Familien aus anderen Kulturen.
Kinder mit besonderem Förderbedarf oder Entwicklungsverzögerungen sind uns willkommen, wenn wir ihnen gerecht werden können.
Unter allen im Kindergarten wirkenden (Erzieherkollegium, Vorstand, Eltern) wollen wir einen vertrauensvollen Umgang pflegen sind hilfsbereit, verlässlich und tolerant.
Die Erziehenden  pflegen mit den Eltern  einen guten Kontakt, sind vertrauensvoll und in ihrem Handeln transparent.
Gesellschaftlichen Veränderungen, wie veränderten Betreuungsbedürfnissen von Familien  wollen wir, im Einklang mit unseren pädagogischen Grundlagen, entgegen kommen.

Wertschätzung
Allen im Kindergarten Tätigen wollen wir mit Wertschätzung begegnen. Den Kindern, den Eltern, im Kollegium, im Vorstand. Wertschätzung heißt; wir schätzen unser Gegenüber, bringen ihm Respekt, Aufmerksamkeit und Interesse entgegen. Im sozialen Miteinander sind wir wohlwollend und freundlich.

  • Salutogenese
  • Ernährung

aus Sicht der Eltern

Im Waldorfkindergarten engagieren sich alle Eltern in verschiedener Weise am gemeinsamen Gestalten des Kindergartens. Wir identifizieren uns mit der hier praktizierten Pädagogik. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, die Qualität und das Konzept aufrechtzuerhalten und aktiv mitzugestalten. Zur besseren Organisation werden  verschiedene Gremien gebildet, wie der Vorstand, der v.a. aus Eltern besteht, sowie die ElternvertreterInnen.

Durch die aktive und vielfältige Mitarbeit erhalten die Eltern einen vertieften Kontakt mit dem Kollegium und den anderen Eltern. Es ergibt sich immer wieder die Gelegenheit, mit dem Kindergartenkind und dessen Geschwistern gemeinsam Dinge zu erleben und  mitzugestalten.

Damit jedes Elternhaus sich nach den eigenen Bedürfnissen und Kompetenzen einbringen kann, suchen sich alle Eltern einen bestimmten Arbeitsbereich innerhalb des Waldorfkindergartens aus, und gestalten diesen in Rücksprache mit dem Vorstand und dem Kollegium weitgehend eigenverantwortlich (Wabenmodell).

Das gemeinsame Begehen der Feste im Jahreskreis ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit im Waldorfkindergarten und trägt auf seine Weise zu einem guten Miteinander von Eltern, Kollegium und Kindern bei.

Die ElternvertreterInnen werden von den Eltern der jeweiligen Gruppe gewählt und sprechen in den jeweiligen Gremien und auch im direkten Kontakt über die Bedürfnisse und Anliegen der Eltern. Das Grundanliegen der ElternvertreterInnen ist eine harmonische und gute Zusammenarbeit zwischen den Eltern und dem Kollegium und dem Vorstand.


aus der Sicht des Vorstandes

„Die Kinder in Liebe zu erziehen“ ist das höchste Ideal des Waldorfkindergarten Esslingen. Alle Gremien, Organe und Arbeitskreise arbeiten so, dass für die Kinder diesem Ideal entsprochen werden kann. Die pädagogischen Fachkräfte sind dabei mit ihrer Fachkompetenz und ihrer ganzen Persönlichkeit die direkten Bezugspersonen für die Kinder. Alle anderen Arbeitsbereiche sollen zum Ziel haben, das Erzieherkollegium in seinem Tun zu unterstützen.

Der Kindergarten geht davon aus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach den Grundlagen der Waldorfpädagogik, die aus dem Menschenbild Rudolf Steiners hervorgehen, arbeiten.

Der Vorstand ist bestrebt, alle Fachkräfte im gleichen Maße in ihrer individuellen Persönlichkeit anzunehmen und zu respektieren. Weiter bemüht er sich einen stets kollegialen und partnerschaftlichen Umgang mit den Pädagogen zu pflegen.
Der Arbeitsplatz soll für die pädagogischen Fachkräfte ein Ort sein, an dem sie sich wohl fühlen und eine gesunde Atmosphäre herrscht, so dass sie in freiheitlichem Tun ihren Arbeitsbereich gestalten und für die Kinder Vorbild sein können.

Sowohl für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als auch für die nachahmenden Kinder ist es uns wichtig, dass ein gesundes Arbeitsklima gegeben ist. Der Vorstand unterstützt die Pädagogen in ihrem vielseitigen Arbeitsbereich auch kräfteaufbauende Elemente zu finden.
In der Ferienzeit können sich die Erzieherinnen ihre Vorbereitungs- und Urlaubszeit frei einteilen.


Bei der Auswahl neuer Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter bringt der Vorstand in seiner Arbeitgeberfunktion dem Kollegium das nötige Vertrauen entgegen, dass dieses qualifizierte Waldorferzieherinnen oder Erzieher zur Aufnahme in das Team sucht. Der Vorstand respektiert dabei die Beurteilung, welche Person am besten in das bestehende Kollegium passt.

Es ist das Ziel, dass alle pädagogischen Fachkräfte, die im Waldorfkindergarten Esslingen arbeiten, eine staatlich anerkannte Waldorferzieherausbildung abgeschlossen haben, oder sich in gleichnamiger Ausbildung befinden.

Von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, die andere Fachschulen besuchten, aber Berufserfahrung im Waldorfkindergarten gesammelt haben wünscht sich der Kindergarten den Eigenwillen zur anthroposophischen Weiterbildung und unterstützt sie auch dahingehend.

Für alle Mitarbeiterinnen soll die Möglichkeit bestehen sich weiterbilden zu können. Der Vorstand ist darum bemüht, das Kollegium hierbei sowohl bei der Vertretungsplanung, als auch bei Machbarkeitsüberlegungen über Fortbildungskosten zu unterstützen.

Der Vorstand hält bei allen geschäftsführenden Tätigkeiten Eigeninteressen zurück und stellt seine ehrenamtlichen Tätigkeiten ganz in den Dienst des Vereins.

In der alltäglichen Arbeit wird berücksichtigt, sowohl gewachsene, wertvolle Strukturen zu erhalten, als auch neue zukunftsweisende, notwendige Entwicklungsmöglichkeiten für den Waldorfkindergarten Esslingen aufzuzeigen.

Freiheitliches Miteinander und soziales Handeln sind dem Vorstand in seinem Tun hohe Ideale.